Interview von Salva und Fiona mit ihrem Autor


Fiona die Fee und Salva die Salige Frau aus ‚Der sich im Moor versteckt‘ wollen ein Interview mit mir, als Autor ihrer Reihe, auf dem Rooftop führen. Dazu gibt es Salvas selbstgebrautes Braunbier nach altem Rezept.

 

Fiona: Bist du schon aufgeregt?
Autor: Ja, warum?  
Salva: Mein Bier ist ja auch aufregend.
Autor: Ja, das ist echt superlecker. Und so cremig – ich könnt’ mich reinlegen …
Salva: Das arme Bier. Aber jetzt fangen wir mal an!
Fiona: Obwohl du die Wechselwirkungen der Tier- und Pflanzenwelt im Erdinger Moos nur bruchstückhaft verstanden hast, falls überhaupt, traust du dich darüber zu schreiben?
Autor: Ja, irgendwo muss ich ja anfangen. Meine Absicht ist es ohnehin nicht, etwas zu präsentieren oder gar zu belehren. Das käme bei den Lesern auch nicht so gut an und wäre schlecht fürs Geschäft. Mein Ansatz ist es eher, jeden Leser dazu einzuladen, seine ganz persönliche Entdeckungsreise zu beginnen. Wenn er dabei mehr findet und versteht als ich, habe ich schon viel mehr erreicht, als ich zu hoffen wage. Die Welt ist voller Wunder und Schönheiten, da geht keiner leer aus.
Fiona: Das hast du aber schön gesagt.
Autor: Ich weiß. Das habe ich auch vorbereitet und heimlich geübt, um mir Vorteile zu verschaffen.
Salva: Woher hast du denn all die historischen Hintergründe, mittelalterlichen Gerichte und Zaubersprüche?
Autor: Das hab’ ich alles aus dem Internet, ohne das wäre ich aufgeschmissen.
Fiona: Woher nimmst du nur all die beknackten Ideen und Stories?
Autor: Es hat mich gefunden, nicht andersrum. Die Fahrt zur Arbeit auf der A 99 war früher ein Lottospiel. Baustellen, viel Verkehr, und dann kippt gerne mal ein LKW um, wird auch gerne von Rasern geschnitten … Ein Wahnsinn. Da habe ich die Wege durchs Erdinger Moos genommen. Und einfach mal angehalten, an einem der vielen Gewässer. Bin einfach los. All die Ideen und Stories waren schon da, ich musste sie nur aufschreiben.
Salva: Lebst du vom Schreiben?
Autor: Nein, nicht mal annähernd. Es deckt auch nicht meine Kosten. Ich hoffe, dass es bis zur Rente läuft, und mir dann ein wenig zusätzlich einbringt.
Salva: Was arbeitest du dann?
Autor: Ich sitze in einem warmen Büro. Als gelernter Feinmechaniker tu ich jetzt Anfragen und Bestellungen von Kunden bearbeiten. Dichtungen für Hydraulikanlagen – da hilft mir das technisch-mechanische Grundverständnis schon sehr.
Salva: Das klingt nach Präzision. Wenn du aber so eine blühende Fantasie hast: ist das kein Widerspruch?
Autor: Für mich passt es perfekt zusammen. Und ich durfte ein paar andere Techniker kennenlernen, teils Ingenieure, die in der ‚Kleinkunst‘ kreativ tätig waren. Wenn wir arbeiten, dann arbeiten wir – präzise, zuverlässig, konzentriert, möglichst fehlerfrei. Aber das hält man die ganze Zeit über nicht aus. Ich zumindest brauche da einfach einen Gegenpol zum Ausgleich. Den bieten mir die Stories, und diese beiden Seiten halten mich zusammen. Und ganz ehrlich: nur so Zeug wie über euch zu schreiben – das würde ich auf Dauer auch nicht aushalten.
Fiona: Was trinken wir jetzt?
Salva: Der Autor verzögert das Nachfüllen. Trink mal aus!
Autor: Dann ist der Schmarren hier endlich vorbei?
Salva: Ja, wir müssen Prioritäten setzen. Das Fässchen ist noch fast voll. Zum Runtertragen ist es mir zu schwer, und für die anderen Protagonisten zu schade.
Fiona: Wenn du oben ein Loch reinstichst, und dann unten aufmachst, kommt alles auf einmal raus.